Bericht über Exkursion

Bericht über Exkursion

Am 24. August hatten wir zur Exkursion zur Großen Freiheit bei Plaue geladen. Neben den ehrenamtlichen Gebietsbetreuern sowie Anwohnern und Flächeneigentümern, Mitarbeitern des zuständigen Planungsbüros Stadt und Land Planungsgesellschaft mbH, waren Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde dabei.

Nach einer kurzen Vorstellung des Gebietes und seiner Schutzgüter durch das Planungsbüro, haben sich die Exkursionsteilnehmer die engagierte Arbeit des Gebietsbetreuers Herrn Ziemer zum Erhalt der artenreichen Pfeifengraswiesen angeschaut. Er hat gefährdete Arten wie beispielsweise Prachtnelke, Teufelsabbis, Färber-Scharte oder Brenndolde gezeigt und die Wirkung von verschiedenen Pflegemaßnahmen auf die Arten erläutert. Je nach Witterung und Aufwuchs werden die Flächen ein bis zweimal im Jahr gemäht und die Bereiche mit Schilf sogar bis zu dreimal im Jahr. Die Pflege ist auch nur möglich aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde in Brandenburg (Havel), ohne deren Unterstützung die Mahd nicht in diesem Umfang möglich wäre.

Neu ist der Versuch Teilbereiche mit Schafen zu beweiden, um den Aufwuchs auch sinnvoll zu nutzen. Denn viel diskutiert wurde auch über die Möglichkeiten der Nutzung des Heus von den Wiesen, für das es derzeit keine Abnehmer gibt. Selbst in diesem Jahr, in dem der zweite Schnitt, aufgrund der anhaltenden Trockenheit ausgefallen ist, muss das Heu am Rand aufgestapelt werden.

An den Rändern der Pfeifengraswiesen kommen außerdem die nicht heimischen und schnell wachsenden Arte Japanischer Staudenknöterich und Indisches Springkraut vor. Sie kommen meist durch Gartenabfälle in die Landschaft und verdrängen die einheimische Flora. Nur durch die gezielte Mahd durch Herrn Ziemer seit nun mehr zehn Jahren – mit bis zu sechs Durchgängen im Jahr – konnte der Japanische Staudenknöterich erfolgreich bekämpft werden.

Im Anschluss führte der zweite sehr engagierte Gebietsbetreuer Herr Kasper die Exkursionsteilnehmer zu den Teichen und erzählte von der Entstehung der Gewässer durch den Tonabbau. Da Herr Kasper schon seine Kindheit im Gebiet verbracht hat, konnte er davon berichten, dass die Große Freiheit früher vor allem aus Kuhweiden bestand und die Flächen, aber auch beispielsweise der Charlottenhofer Weg im Frühjahr oft unter Wasser standen. Er beobachtet seit 1984 die Vogelwelt und kann durch seine lange Datenreihe aufzeigen, wann beispielsweise Silberreiher eingewandert sind oder der Kolkrabe wieder in die Region gekommen ist.

Im Gebiet kommen derzeit ca. 160 Vogelarten vor, darunter auch See- und Fischadler als Nahrungsgäste oder Rot- und Schwarzmilan. In den letzten Jahren sind auch die sonst selten gewordene Bartmeise oder das Blaukehlchen eingewandert. Insgesamt war es eine sehr interessante Exkursion, vor allem durch lebhaften Berichte der Anwohner zur Entstehungsgeschichte des Gebietes.

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