lifeSandrasen: Finowtal-Ragöser Fließ

Finowtal-Ragöser Fließ

Projekt Natura 2000-Umsetzung

Allgemeines

  • Größe: 451 ha
  • FFH-Gebiet Landes-Nr.: 576
  • FFH-Gebiet EU-Nr.: DE 3149-304

Gebietsbeschreibung

Das Gebiet besteht aus elf Teilgebieten und umfasst das Finowtal sowie das Ragöser Fließ mit seiner Niederung, das Fettseemoor sowie einen Abschnitt des zufließenden Nettelgrabens mit dem Hopfengartensee. Neben ausgedehnten Grauweidengebüschen kommen beim See Feuchtwiesen, Feuchtweiden und Glatthaferwiesen vor. Sie werden von zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogen, die allerdings nicht mehr unterhalten werden und teilweise bereits ihre Funktion verloren haben. Das Finowtal ist ein zusammenhängendes Feuchtgebiet auf Moorboden, in dem sich Feuchtgrünland, Weidengebüsche und Erlenbruchwälder kleinflächig mosaikartig abwechseln. An erhöhten, sickernassen Bereichen kommen teilweise Pfeifengraswiesen vor. Das Feuchtgebiet wird seit ca. 15 Jahren mit Rindern beweidet und ist großflächig eingekoppelt.
Ein von Trockenrasen geprägtes Teilgebiet liegt bei Amalienhof. Hier kommen, neben dichten Gebüschen aus z.B.  Weißdorn, Schlehe und Holunder mit verwilderten Obstbeständen, wertvolle Steppenrasen vor.

Anmerkung: Infolge der 16. Erhaltungszielverordnung (16. ErhZV) vom 7. März 2018 wurden die Grenzen des FFH-Gebietes angepasst.

Geschützte Tier- und Pflanzenarten (Auswahl)

Tiere:
  • Insekten: Großer Feuerfalter

Geschützte Lebensraumtypen (Auswahl)

  • Pfeifengraswiesen
  • Subpannonische Steppen-Trockenrasen

Mögliche Maßnahmen / Maßnahmenschwerpunkte

Die Pfeifengraswiesen werden extensiv als Standweide genutzt und sind eng verzahnt mit nährstoffreichen Feuchtgrünlandbiotopen. Eine Ursache für den Rückgang der Pfeifengraswiesen im Gebiet ist in der Nutzungauflassung stark vernässter Flächen mit folgender Verbuschung zu suchen.

Der Große Feuerfalter (Lycaena dispar) ist auf den Offenflächen im gesamten Gebiet verbreitet.  Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt im extensiv genutzten Grünland zwischen Ragöser Mühle und Hopfengartensee sowie auf den Weideflächen südlich des Finowkanals. Der Flussampfer (Rumex hydrolapathum) als Fraßpflanze des Großen Feuerfalters steht sowohl in den Gräben als auch auf Nassstandorten, häufig zusammen mit der Rispensegge (Carex paniculata). Um die Flächen als Schwerpunkthabitat für den Großen Feuerfalter zu erhalten, sollten die Gehölze teilweise entfernt und eine Nutzung wiederaufgenommen werden. Das Grünland sollte dabei extensiv genutzt werden.

Die Steppenrasen im Gebiet sind durch Nutzungsauflassung gefährdet. Es wandern bereits Brachezeiger in die Flächen ein. Zur Erhaltung und Entwicklung der Trockenrasen im Gebiet ist eine Nutzung der Flächen notwendig. Eine extensive Beweidung ist optimal. Alternativ können die Flächen auch durch Mahd mit Mahdgutabtransport gepflegt werden. Zudem besteht auch die Notwendigkeit einer Entbuschung. Die Pflege der Halbtrockenrasen im Gebiet sollte an die Pflege der beidseitig angrenzenden Halbtrockenrasen des FFH-Gebietes 130 „Kanonen- und Schloßberg, Schäfergrund“ angepasst werden.

 

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Ansprechpartner

Stützpunkt Groß Schönebeck

Tobias Wesebaum
Tel. 03 33 93/ 63 819
E-Mail schreiben

Managementplan

Managementplan für das FFH-Gebiet Finowtal-Ragöser Fließ (DE 3149-304)

Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV), Potsdam (2019).

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