lifeSandrasen: Kreuzbruch

Kreuzbruch

Projekt Natura 2000-Umsetzung

Foto: Christians (2019)

Allgemeines

  • Größe: 1183 ha
  • FFH-Gebiet Landes-Nr.: 573
  • FFH-Gebiet EU-Nr.: DE 3146-303

Gebietsbeschreibung

Das Gebiet umfasst große Teile des Kreuzbrucher Waldgebietes und besteht aus zwei getrennten Teilgebieten. Der Anteil von Laubbäumen ist relativ hoch. Die Standorte des ursprünglich sehr feuchten Waldkomplexes sind heute noch in weiten Teilen grundwassernah, wurden aber durch ein Grabensystem entwässert. Bei den Wäldern handelt es sich meist um Mischwälder aus Stieleichen, Buchen, Hainbuchen u.a., oft in Mischung mit Kiefernbaumholz bzw. im Unter- und Zwischenstand von Kiefernbeständen. Der Wald wird forstwirtschaftlich genutzt. Der teils vergleichsweise hohe Altholzanteil weist geeignete Habitatstrukturen für eine Reihe von Fledermausarten auf, wie Bechstein- und Mopsfledermaus.

Im Nord-Teil des Gebietes befinden sich einige größere Offenlandflächen, die bis in die jüngere Vergangenheit als Grünland bewirtschaftet wurden und nun größtenteils brach liegen. Zudem liegen kleinflächige Grünlandbereiche mosaikartig innerhalb des Waldkomplexes verteilt. Die enge Verzahnung zwischen Gehölz- und Grünlandbiotopen schafft ideale Habitatbedingungen für Schwarzstorch und Schreiadler, die in den Waldbereichen brüten, die nahegelegenen Grünlandbereiche aber als Nahrungsbiotop nutzen.

Anmerkung: Infolge der 14. Erhaltungszielverordnung (14. ErhZV) vom 27. Oktober 2018 wurden die Grenzen des FFH-Gebietes angepasst.

Geschützte Tier- und Pflanzenarten (Auswahl)

Tiere:
  • Insekten: Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Violetter Feuerfalter
  • Säugetiere: Bechsteinfledermaus, Braunes Langohr, Mopsfledermaus, Zwergfledermaus
  • Vögel: Schreiadler, Schwarzstorch

Geschützte Lebensraumtypen (Auswahl)

  • Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen
  • Hainsimsen-Buchenwald
  • Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald

Mögliche Maßnahmen / Maßnahmenschwerpunkte

Im Gebiet wurden als Artenhilfsmaßnahme zusätzlich Fledermauskästen installiert. Bestände mit Alt- und Biotopbäumen sollten als geeignete Habitate erhalten, entwickelt und vernetzt werden.

Von herausragender Bedeutung ist das Vorkommen des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea teleius), der im Kreuzbruch das letzte nachgewiesene Vorkommen im Land Brandenburg besitzt. Der Falter benötigt sehr differenzierte Habitatbedingungen, Vorkommen des Großen Wiesenknopfs (Sanguisorba officinalis) als Saug- und Eiablagepflanze und der Knotenameise (Myrmica scabrinodis) für die Larvalentwicklung sind zwingend notwendig. Der Erhalt kann nur über eine kontinuierliche Pflege gewährleistet werden. Bekannte Vorkommensbereiche werden über Mittel des Vertragsnaturschutz gepflegt, eine Etablierung weiterer Teilpopulationen im Kreuzbruch über die Verbesserung der Habitatbedingungen wird für das mittelfristige Überleben der Population als notwendig angesehen.

Die im Gebiet verteilten Frischwiesen sollten einer regelmäßigen Nutzung oder Pflege zugeführt werden. Möglichst sind auch Wildäcker in solche Frischwiesen umzuwandeln. Generell sollten  kleinflächige Offenflächen im Waldkomplex erhalten werden.

Aktuelles

  • Fledermausschutz

    Ranger der Naturwacht informieren im Rahmen des Projektes "Unser Naturerbe schützen – Zusammen für NATURA 2000" weiterlesen

Ansprechpartner

Revier Nord (Schorfheide)

Achim Christians
Tel. 03 33 97 / 63 812
E-Mail schreiben

Revier Ost (Melchow)

Michael Treptow
Tel. 03 33 37 / 45 15 42
E-Mail schreiben

Managementplan

Innerhalb des Naturpark Barnim übernimmt bisher der Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) die Funtkion der Managementpläne für die dort befindlichen FFH-Gebiete.

Managementplan für das FFH-Gebiet Kreuzbruch (DE 3146-303) (PDF)

Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV), Potsdam (2008).

Schutzgebiet

Naturpark Barnim

Nach oben