lifeSandrasen: Stadthavel

Stadthavel

Projekt Natura 2000-Umsetzung

Foto: Frank Berhorn

Allgemeines

  • Größe: 249 ha
  • FFH-Gebiet Landes-Nr.: 219
  • FFH-Gebiet EU-Nr.: DE 3641-305

Gebietsbeschreibung

Das Gebiet befindet sich in den Stadtteilen Alt- und Neustadt der kreisfreien Stadt Brandenburg (Havel) und erstreckt sich ca. drei Kilometer entlang der Havel bei Neuendorf in Richtung Breitlingsee. Es besteht aus einem Komplex aus Verlandungs-, Versumpfungs- und Auenmooren, der von der Havel und dem Unterlauf der Plane durchflossen wird. Dabei nehmen extensiv genutzte Grünlandbereiche, vor allem Brenndolden-Auenwiesen einen großen Anteil ein. Aufgrund der hohen Wasserstände ist die Nutzung der Flächen jedoch eingeschränkt und bislang gemähte Wiesen liegen derzeit brach. Die einst artenreichen Feuchtwiesen entwickeln sich derzeit zu Röhrichten und Rieden weiter. Die Brenndolden-Auenwiesen brauchen neben einer Nutzung eine regelmäßige Überstauung und sind dabei nicht nur wichtige Retentionsflächen, sondern auch Lebensraum für gefährdete Brutvogelarten (z.B. Wachtelkönig).

Die Fließgewässer sind im Komplex mit den noch vorhandenen Feuchten Hochstaudenfluren, Auenwiesen und Weichholz-Auwaldfragmenten wichtige Lebensräume für gefährdete Tier- arten wie Fischotter, Biber, Bachneunauge und Nahrungs- habitate für Eisvogel, Fisch- und Seeadler.

Anmerkung: Grenzanpassung basierend auf der Verordnung über das Naturschutzgebiet „Stadthavel“ (zuletzt geändert am 19. Dezember 2002).

Geschützte Tier- und Pflanzenarten (Auswahl)

Tiere:
  • Fische: Bachneunauge, Rapfen, Schlammpeitzger
  • Säugetiere: Biber, Fischotter
  • Vögel: Eisvogel, Fischadler, Seeadler, Wachtelkönig

Geschützte Lebensraumtypen (Auswahl)

  • Flüsse der planaren bis montanen Stufe
  • Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
  • Brenndolden-Auenwiesen
  • Auenwälder

Mögliche Maßnahmen / Maßnahmenschwerpunkte

Angestrebt werden eine schonende und artgerechte Gewässerunterhaltung, eine naturnahe Ausbildung mit unterschiedlichen Strömungen und Sedimenten sowie der Erhalt von Uferstreifen und Gehölzen. Durch diese Maßnahmen werden nicht nur die Fischfauna, sondern auch Fischotter, Biber und fischjagende Brutvögel gefördert. Auf den Hochstaudenfluren und Auenwiesen sind Verkrautung und Verbuschung problematisch. Ein angepasstes Mahd- bzw. Beweidungsregime soll Sukzession verhindern und somit die floristische Artvielfalt erhalten und verbessern. Davon profitiert ebenfalls der Wachtelkönig. In den Wäldern sollen gesellschaftsfremde Baumarten entnommen und Altbäume, die bspw. als Bruthabitat vom Seeadler genutzt werden können, erhalten werden.

Aktuelles

Ansprechpartnerin

Maria Schrödter
Tel. 03 31 / 97 16 48 91
E-Mail schreiben

Managementplan

Managementplan für die FFH-Gebiete Mittlere Havel (DE 3541-301) und Stadthavel (DE 3641-305)

Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV), Potsdam (2014).

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