lifeSandrasen: Niederoderbruch

Niederoderbruch

Projekt Natura 2000-Umsetzung

Allgemeines

  • Größe: 859 ha
  • FFH-Gebiet Landes-Nr.: 138
  • FFH-Gebiet EU-Nr.: DE 3149-302

Gebietsbeschreibung

Das Gebiet befindet sich südwestlich von Oderberg und ist Teil des Oderbruchs. Es umfasst einen Abschnitt des Oder-Havel-Kanals und den Oderberger See sowie eine weiträumige Niederungslandschaft. Diese ist von Grünland geprägt und von Altwassern, Gräben, Fließgewässern sowie einem Deich durchzogen. Das Gebiet ist als Lebensraum für Biber und Fischotter, zahlreiche Vogelarten und die Rotbauchunke von besonderer Bedeutung.

Anmerkung: Infolge der 16. Erhaltungszielverordnung (16. ErhZV) vom 7. März 2018 wurden die Grenzen des FFH-Gebietes angepasst.

Geschützte Tier- und Pflanzenarten (Auswahl)

Tiere:
  • Insekten: Großer Feuerfalter
  • Säugetiere: Biber, Fischotter
  • Vögel: Wachtelkönig, Bekassine
  • Wirbellose: Bauchige Windelschnecke

Geschützte Lebensraumtypen (Auswahl)

  • Natürliche eutrophe Seen
  • Flüsse der planaren bis montanen Stufe

Mögliche Maßnahmen / Maßnahmenschwerpunkte

Die Alte Finow durchfließt das Gebiet von Süd nach Nord und wird am Schöpfwerk Liepe zur Regulierung des Gebietswasserstandes aufgestaut. Am Oderberger See sind Freizeitnutzung und die Uferverbaue als größte Beeinträchtigungen zu nennen.
Die Habitatbedingungen für den Biber sind insgesamt günstig. Die Art besiedelt faktisch alle Wasserflächen und schafft sich durch Anstauen von Gräben selber weitere Flächen mit günstigen Habitatbedingungen. Geeignete Winternahrung ist ausreichend vorhanden.
Für den Fischotter ist das Gebiet insgesamt als Ruhe- und Nahrungsraum, darüber hinaus auch als Reproduktionsraum einzustufen.
Die Hauptnahrungspflanze der Raupen des Großen Feuerfalters (Lycaena dispar), der Flußampfer (Rumex hydrolapathum), ist im Gebiet an den Gräben weit verbreitet. Die meisten Gräben werden regelmäßig gepflegt und gekrautet, was als potenzielle Gefährdung für die Population des Großen Feuerfalters gewertet werden muss. Trotzdem ist das meist notwendig, um ausreichend Pionierstandorte für den Flußampfer zu erhalten.
Sowohl die Wasserpflanzengesellschaften als auch der Flußampfer profitieren von einer schonenden Gewässerunterhaltung ohne Grundräumung. Entlang aller Gewässerläufe ist ein Uferrandstreifen als extensives Grünland zu nutzen oder aus der Nutzung zu nehmen, um Konflikte mit Biberfraß und Biberröhren zu reduzieren.

Die Grünlandstandorte des Niederoderbruchs sind mehr oder weniger grundwassernah gelegen. Nur wenige Flächen sind noch als Feuchtwiesen und -weiden ausgeprägt. In diesen Bereichen im Westteil des Gebietes und südlich des Oderberger Sees liegen die Vorkommensschwerpunkte der Wiesenbrüter Wachtelkönig (Crex crex) und Bekassine (Gallinago gallinago).
In Bruthabitaten des Wachtelkönigs sollte eine kleinräumig mosaikartige Nutzung mit einem hohen Anteil von Spätnutzung (nach 01.08.) stattfinden. Dieses Management sollte gezielt auf die jährlich festzustellenden Rufplätze abgestimmt werden, die Lokalität der Maßnahmen dürfte sich so jahrweise verschieben.

Die Bekassine profitiert von einer lokalen Beweidung von Nassflächen, da hierdurch offene Schlammflächen zur Nahrungssuche entstehen.
Für die Bauchige Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) ist der Erhalt von hohen Vegetationsstrukturen, wie Seggenrieden, an feuchten bis nassen Standorten mit Wintermahd wichtig.

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Ansprechpartner

Stützpunkt Milmersdorf

Klaus-Christian Arndt
Tel. 03 98 86/ 57 65
E-Mail schreiben

Stützpunkt Groß Schönebeck

Tobias Wesebaum
Tel. 03 33 93/ 63 819
E-Mail schreiben

Managementplan

Managementplan für das FFH-Gebiet Niederoderbruch (DE 3149-302)

Hrsg.: Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MUGV), Potsdam (2019).

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